Wie Mieter und Vermieter Kosten sparen beim Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem

von Diego Sigrist am 06. November 2018

Der Anreiz für Eigentümer von Mietobjekten in eine Heizung mit erneuerbaren Energieträgern zu investieren, scheint gering zu sein. Für den Vermieter fallen hohe Investitionskosten an, während die Mieter von den tieferen Heizkosten profitieren. Bei einer fairen Verteilung der anfallenden Kosten muss dies aber nicht zwingend der Fall sein – Mieter wie auch Vermieter können durchaus gleichzeitig von einem Umstieg auf ein nachhaltiges Heizsystem finanziell profitieren. Zusätzlich kommt die Umstellung auf eine erneuerbare Wärmeversorgung auch auch der Umwelt zugute – es handelt sich also um eine ‚Win-win-win-Investition‘, die leider aufgrund von fehlender Information häufig nicht getätigt wird.

Warum sich ein erneuerbares Heizsystem für Vermieter lohnt

Ein nachhaltiges Heizsystem, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden oder eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, kostet in der Investition oft ein Vielfaches verglichen mit dem Ersatz der alten Heizung. Energetische Verbesserungen wie Massnahmen zum Einsatz erneuerbarer Energien gelten nach Art. 14 VMWG (Verordnung über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen) aber als Mehrleistungen des Vermieters, womit sie zu einer Erhöhung des Mietzinses berechtigen (Art. 269a OR). Der wertvermehrende Anteil der Investition in eine erneuerbare Heizung – d.h. die Differenz zwischen den Kosten eines gleichwertigen Ersatzes (der alten Heizung) und den Kosten des neuen Heizsystems – kann über eine Mietzinserhöhung an den Mieter weitergegeben werden. Diese zusätzlichen Einnahmen des Vermieters sind oft höher als die für ihn zusätzlich anfallenden Kapitalkosten (Amortisation und Zins) durch die Mehrinvestition, da dem Vermieter für solche Investitionen zinsgünstige Darlehen zur Verfügung stehen.

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen dies anhand eines Fallbeispiels auf. Dabei wird für ein älteres Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen der Ersatz der bisherigen Ölheizung mit einer Erdsonden-Wärmepumpe verglichen.

Warum sich ein erneuerbares Heizsystem für Mieter lohnt

Für die Mieter fällt auf der einen Seite die oben beschriebene Mietzinserhöhung an. Auf der anderen Seite sinken jedoch die Heiznebenkosten oft so stark, dass die Mieter unter dem Strich weniger bezahlen. Dies trifft insbesondere auf ältere Liegenschaften mit einer Ölheizung zu. Die nachfolgende Abbildung des Fallbeispiels zeigt eindrücklich auf, wie sich nachhaltiges Heizen auch für die Mieter lohnt.

Warum sich ein erneuerbares Heizsystem für die Umwelt lohnt

Der Umstieg von einem Heizsystem mit fossilen Brennstoffen auf eines mit erneuerbaren Energieträgern führt zu einer deutlich geringeren Umweltbelastung. Im beschriebenen Fallbeispiel lassen sich zum Beispiel mit dem Umstieg von der Ölheizung zur Erdsonden-Wärmepumpe jährlich 40 Tonnen CO2-Emissionen einsparen, was fast 300'000 Autokilometern entspricht.

Objektspezifische Analyse und Evaluation notwendig

Ob sich der Umstieg auf ein nachhaltiges Heizsystem auch bei Ihrer Liegenschaft sowohl für Mieter wie auch Eigentümer finanziell lohnt, hängt von diversen Faktoren ab. Insbesondere muss das bisherige Heizsystem genau analysiert werden und die Machbarkeit der verschiedenen Optionen muss unter den standortspezifischen Bedingungen sorgfältig geprüft werden. Wir von s3-engineering unterstützen Sie in diesen Punkten mit unseren Dienstleistungen und zeigen Ihnen die Wirtschaftlichkeit eines nachhaltigen Heizsystems anhand von gut verständlichen Abbildungen auf. Anschliessend begleiten wir Sie bei der Realisierung des Heizungsersatzes und unterstützen Sie bei der Kalkulation der nötigen Mietzinserhöhung. Rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Termin für die Besprechung Ihres Vorhabens!